Wer die Zukunft seines Unternehmens absichern will, oder wer eine Zukunftsperspektive sucht, wer morgen gut dabei sein will, tut gut daran, aus eingefahrenen Denkbahnen auszubrechen ! In meinem Aufsatz Zukunftssicherung wird an Hand einiger spektakulärer Fallbeispiele deutlich, wie dramatisch sich Firmenstukturen, der Umgang mit Mitarbeitern / Partnern ändern. Das motivierende Gefühl von mehr Autonomie bewirkt erstaunliche Leistungssteigerungen und Ergebnisverbesserungen !

Wer sich diese Möglichkeiten zu Nutze macht, kann seine eigene Geschäftsidee frei gestalten, seine Mitarbeiter / Partner ohne den üblichen (Kosten)-Aufwand im Netz finden.
Es geht vor allem um eine digitale Infrastruktur, dank derer viele Kosten gegen null fallen. Keine teuren Gewerbemieten, Anzeigenkosten um Mitarbeiter zu finden, Koordinationskosten, um die einzelnen Komponenten verlässlich miteinander arbeiten zu lassen.Wenn ich heute etwas verkaufen will, benutze ich eine digitale Plattform, miete Speicherplatz, Rechnerleistung oder das Vertriebswesen.
Es gibt neue Formen der Selbstorganisation die herkömmliche Unternehmensstrukturen ablösen.
Das wesentliche Karaktermerkmal dieser neuen Formen ist „Peering“ – der freiwillige Zusammenschluss Einzelner. Bisher ging man davon aus, dass Wohlstand in Hierarchien entsteht. In diesem Rahmen werden Güter und Dienstleistungen hergestellt und verteilt.

Die wirkliche Bedeutung der jüngsten Netzentwicklung, die als Web 2.0 bezeichnet wird, besteht darin, das sich für immer mehr Menschen völlig neue Möglichkeiten für eine unabhängige, selbstständige Existenz ergeben.
Der Prozess der Wertschöpfung hat sich deutlich geändert.
Auch mittelständische und große Unternehmen stellen sich auf diese Veränderungen ein. Was früher hinter den Mauern eines Unternehmens stattfinden musste, kann heute in allen möglichen Peering-Geschäftsmodellen passieren.

Das wirbelt die ganze Volkswirtschaft durcheinander!

Die Unternehmen machen sich zunehmend Gedanken: wie können wir unsere Güter und Dienstleistungen gemeinsam mit den Kunden weiterentwickeln und so Kosten und Zeit sparen ?
BMW geht Mit gutem Beispiel voran und lässt Kunden ihre künftigen Telematik-Anwendungen entwickeln.

Die Konsumenten werden zu Produzenten.

Ein Extremfall ist die virtuelle Welt Second Life, in der die Mitspieler 99 % des Produkts selbst anfertigen und stückweise an andere Mitspieler verkaufen.
Die Betreiberfirma stellt nur die Plattform bereit, auf der Hunderttausende ans Werk gehen.
Verbraucher und Hersteller verschmelzen. Kunden stellen Teile oder sogar das ganze Produkt selbst her.

Ein weiteres Beispiel für diesen Plattformgedanken ist Lego.

Weil sich die Mindstorms-Bausteine des Unternehmens beliebig programmieren lassen, entwickeln Lego-Fans neue Bausätze – so lassen sich neue viel schneller entwickeln als auf konventionell-hirarchischem Wege.
Ein anderes erfolgreiches Beispiel, wie sogar Massenproduckte von vielen unabhängigen Zulieferern hergestellt werden, sind Motorräder aus China.
In China gibt es keinen großen Motorradhersteller, der bestimmt, was, wie, wo gebaut wird.
Es gibt lose Gruppen von Zulieferern: einer baut den Vergaser, einer den Rahmen, einer den Motor und einer kümmert sich um die Endmontage. Man trifft sich entweder online oder im Teehaus um die Ecke, um die Einzelheiten und Änderungen zu besprechen. Es gibt in China kein Gegenstück zu Harley-Davidson oder Yamaha und trotzdem hat sich dort seit Mitte der 90 er Jahre die größte Motorradindustrie der Welt entwickelt.(50 % der Weltproduktion).

Ein Paradebeispiel ist die Firma IBM, die das offene Betriebssystem Linux nutzt. IBM spart so rund 900 Mio. US $ Entwicklungskosten mit einem Programm, das niemand gehört! Linux ist ein Open-Source-Produkt.

Nehmen wir Procter&Gamble. Die hatten festgestellt, dass sie im Jahr 1,5 Mrd. US $ für Forschung ausgeben, aber nur ein Zehntel dieses Aufwandes für neue Produkte nutzen. Der CEO hat daraufhin bestimmt, dass die Hälfte der Innovationen künftig aus externen Quellen stammen sollen.
Inzwischen tummeln sich dort über 90 000 Chemiker, vom Pensionär in Taiwan bis hin zum Doktoranden in Düsseldorf (via Internet gefunden), die nichts lieber tun, als nach neuen Verbindungen zu forschen.

Umgekehrt gibt es Onlinebörsen wie Yet2.com, in denen große Unternehmen ihre ungenutzten Patente anbieten, damit sie von findigen Dritten vermarktet werden können.
Offenheit ist ein weiteres, neues Prinzip.
Ein traditionelles Unternehmen kann man schwerlich als offen bezeichnen, eher als undurchsichtig. Es basiert darauf, Geheimnisse zu haben und zu hüten.

Im Fall der Goldcorb Inc. ging es darum, aus einer 50 Jahre alten Goldmine noch etwas herauszuholen.
Wenn es um Bodenschätze geht, lautet eine der wichtigsten Devisen: Gib niemals deine geologischen Daten preis.
Rob McEwen, Inhaber der Mine stellte Anfang 2000 seine gesammten geologischen Daten ins Internet und schrieb einen Wettbewerb aus!
Mehr als 1000 Geologen und Hobbyforscher schickten ihre Auswertungen ein (ca. 4000 Megabyte Daten).
McEwen holte dank des Wettbewerbs Gold im Wert von bislang 3 Mrd. US $ aus dem Boden. Der Börsenwert des Unternehmens ist von 100 Mio. $ auf heute rund 18 Mrd. $ gestiegen.

Selbst bei einem hochkomplizierten Produkt wie der neuen Boing-787-Jet teilt Boing seine Informationen mit den Partnerfirmen und Zuliefern, man will nicht mal das komplette geistige Eigentum am Endprodukt besitzen. Rund 70 bis 80 % des Jets werden von rund 100 Partnern in 6 Ländern hergestellt, die alle am selben Informationssystem hängen.

Man muss seine Unternehmensplattform zu einem Produkt machen. Auch dieser Gedanke stammt aus der Welt der Informationstechnik – es geht darum, seine Schnittstellen offenzulegen.
Wenn die gesamte Welt zur Bühne wird, kann jeder Hersteller und jeder Verbraucher zum Hauptdarsteller werden.

Amazon hat das getan und besitzt nun ein Ökosystem von rund 200 000 externen Programmierern, die mit der IT- Infrastruktur von Amazon ihre eigenen Geschäftsideen verfolgen.
In Amerika hat die Internet-Generation bereits einen großen Einfluß, sie ist die treibende Kraft für soziale Netze und neue Formen der Zusammenarbeit – und somit für Innovation und Wachstum.

Es gibt keinen Teil der Volkswirtschaft, der die Risiken und Chancen dieser neuen Form der Zusammenarbeit nicht zu spüren bekommen wird.
Moderne Unternehmen bestehen nicht mehr aus statischen Abteilungen und Angestellten, sondern aus Facharbeitern und Experten, die sich mit anderen Experten und Facharbeitern (weltweit) für ein Projekt, ein klares Ziel zusammenfinden.

Vor allem Wissensarbeiter sind in Zukunft Berater, Joint-Venture-Partner….(autonome) Selbständige
Immer mehr Menschen empfinden das als Freiheit, nicht als Last !