Die Arbeitswelt verändert sich
16 Jul
Neue Prinzipien
Die neue ökonomische Logik baut vor allem auf die Prinzipien Offenheit, Gleichberechtigung und Mitbestimmung. Das motivierende Gefühl von mehr Autonomie und Selbstbestimmung bewirkt nicht nur erheblich weniger Fluktuation (bis
60 %) in Unternehmen und enorm verbesserte Ergebnisse - es führt zu einem neuen, besseren Lebensgefühl.
Gleichgesinnte finden sich im Netz, entwickeln gemeinsam eine Geschäftsidee und setzen sie im Wesentlichen auf digitalen Wegen um. Diese Kooperationen (auf neudeutsch “Peer-Production” (Fallbeispiele) haben inzwischen schon ganze Branchen umgepflügt.
Zukunftssicherung heißt vor allem, die Firmenstrukturen den neuen Gegebenheiten anpassen.
Immer mehr Menschen wollen unabhängig werden vom Karavanen-Kapitalismus - Wirtschaftsunternehmen gehen dort hin, wo Arbeitskräfte am billigsten zu haben sind, die größten Steuervorteile gewährt werden und am meisten Subventionen fließen. (Wechseln in Folge die Standorte)
Ursachen und Wirkung
Digitale Systeme, die Verlagerung der Gewichte, und weltweite Wertschöpfungsketten, beenden das Industriezeitalter im Westen und führen zu Wissens-Ökonomien - die Produktion (aber auch Dienstleistungen) verlagern sich vom Atlantik zum Pazific. Das bedeutet für die Menschen, dass sie sich auf große Veränderungen einstellen müssen - Informations-Technologien und Sprachkenntnisse sind unabdingbare Voraussetzungen für ein berufliches Fortkommen !
Wie im Bericht über “Die neue Offenheit” (Bericht) beschrieben, sind vor allem Führungskräfte und die Anteilseigner von Wirtschaftsunternehmen gefordert. Die Firmen müssen sich öffnen, die Hierarchien müssen flacher werden, Mitarbeiter und Kunden reklamieren das Recht, bei Innovationen, Produktentwicklung und bei der Ideenfindung dabei zu sein.
Hier ein Artikel über “Mitreden macht Spass”
5 Kommentare for "Die neue ökonomische Logik"
Ich muss sagen, der modern-working-system-blog ist eine gute Informationsquelle für mich geworden. Die Darstellung der Peer-Production, der kommenden Welle des mobilen Internets und des Open-Source-Gedankens, hat mich inspiriert. Eigentlich hätte ich mich schon früher mit diesen Themen beschäftigen sollen.
Vor allem in den westlichen Industrieländern werden in den kommenden 20 Jahren ja sehr viele Menschen durch Rationalisierungsmaßnahmen und Firmenverlagerungen ihre herkömmliche Arbeit verlieren. Wer dann noch im Rennen bleiben will, muss selbständiges, dezentrales und wissensbasiertes Arbeiten gewohnt sein. Der Typus “1-Mann-Subunternehmer”, der seine Dienstleistungen im Web anbietet, wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit sehr schnell verbreiten. Und ich denke mal, dass jedermann nicht nur gut beraten ist, sondern geradezu gezwungen ist, sich rechtzeitig zu rüsten, um dann mitmachen zu können!
Die neue ökonomische Logik ist natürlich nicht so neu wie geglaubt wird. Es wird nur evidenter was sich ohnehin schon abgezeichnet hat, dass die Globalisierung Grenzen `abschafft´ nicht nur überwindet und die Konkurrenzsituation weltweit stattfindet und - dadurch bedingt - an Brutalität immer weiter zunimmt. Es wäre wünschenswert, wenn die Politik dieser Entwicklung Rechnung tragen würde und offen über die Konsequenzen spräche. Macht sie aber nicht oder nur punktuell. Vielmehr verharrt sie auf bisherigen (sozialen) Standards die bisher gültig waren, aber in Zukunft ganz sicher nicht mehr gelten werden(!). Das nennt man “in Sicherheit wiegen” wider besseren Wissens. Es droht eine weiter stattfindener Exodus von Fachkräften, die das Land verlassen, weil kaum richtungsweisende für unser Land wichtige Entscheidungen getroffen werden. Kaum verwunderlich bei der rückswärtsgewandten sozialdemokratischen, fundamentalistisch anmutenden Denkungsweise unserer Regierung.. besser wäre es dem Bürger reinen Wein einzuschenken, was die Globalisierung künftig von jedem von uns abverlangt, z.B. völlig neue Denkstrukturen, die “totale” Offenheit und Lernbereitschaft und einen unbedingten Willen zum ständigen Dialog und einer aktiven Ausschau nach Menschen und Köpfen, die den Prozess vorantreiben, direkt oder indirekt. Das es dabei natürlich auch darum gehen muss, dabei entstehende neue Dogmen und neue Ideologien zu überwinden ist selbstverständliche Voraussetzung für die “neue” Offenheit. Diese folgt auch nicht immer automatisch wirtschaftlichen Interessen, wie so mancher glauben mag, der bereits im Bilde ist neue Dogmen ins Leben zu rufen….
@ Hektor und Alexander
Für das, was man in England „Creative Economy“ (http://blog.modern-working-system.de/archives/91) nennt, fehlt in Deutschland noch ein Begriff.
Die englische Wirtschaft hat sich rechtzeitig auf die Neuzeit eingestellt, hält sich an die neuen Prinzipien wie Offenheit, Teilen, Selbstbestimmtheit (sprich flache Hierarchien). Sie haben schon vor Jahren die Autoproduktion abgegeben, haben auf eine Wissens -und Dienstleistungs-Ökonomie umgestellt. Die Wirtschaft prosperiert, das Lohnniveau liegt deutlich über den deutschen Löhnen.
Nicht nur die Wirtschaft, auch die Politik muss auf die dramatischen Veränderungen reagieren. Die Frage ist gestellt: was tun die verantwortlichen deutschen Politiker, um zu verhindern, dass sich hier ganze Landstriche entvölkern ?
In vielen Gesprächen mit Menschen der verschiedensten Berufs-und Altersgruppen habe ich erfahren, dass das Bewusstsein für die weitreichenden Veränderungen der „Neuzeit“ erschreckend wenig ausgebildet ist. Mit dem Wissen, wie digital ausgerichtete Geschäftsmodelle funktionieren, ist es nicht besser bestellt ! Diese Erfahrungen waren der Initialgrund, den Modern-Working-System-Blog aufzubauen.
Die Wissenslücken und das fehlende Bewusstsein für die Notwendigkeit, sich der „Moderne“ anzupassen, erfordert große Anstrengung auf allen Seiten, damit der Standort Deutschland nicht in Gefahr gerät. Heute schon können über 100 000 Arbeitplätze nicht besetzt werden, weil 30 000 Ingenieure, zigtausend IT-Kräfte usw. fehlen. Der demographische Hintergrund verschärft das Problem zusätzlich.
Die Weichen müssen also gestellt werden: von der Wirtschaft und der Politik. Es braucht Aufklärung, Bewusstseinsbildung, vor allem Wissens-Zentren.
Es kann nicht angehen, dass man in diesem Land kaum Vorstellungen von der Bedeutung der weltweiten Open-Source-Bewegung oder z.B. vom Android-Programm hat.
(Einer Software, die alle PC-Anwendungen auf mobile Endgeräte bringt)
[…] besetzen, weil 30.000 Ingenieure, zigtausend IT-Experten usw. fehlen (siehe Kommentare zum Artikel “Die neue ökonomische Logik”). Frage: Was unternimmt die Politik, um zu verhindern, dass sich hier ganze Landstriche […]
[…] neue ökonomische Logik wird nicht nur durch epochale Veränderungen der Weltwirtschaft (z.B. globale […]
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