Zukunftssicherung hat heute mehr denn je mit der Erneuerung der Firmenstrukturen, mit der Übernahme moderner Standarts, mit der Abflachung von hierarchischen Strukturen zu tun !
Ohne moderne Standarts hat man gegenüber seinen Mitstreitern gravierende Nachteile. Heute sind Kurzzeitreaktionen, Echtzeitdokumentation, Reichweite, Kundennähe, Individualität u.a. entscheidende Erfolgsfaktoren.

Die folgenden Fallbeispiele dokumentieren in eindrucksvoller Weise, zu welchen Leistungssteigerungen das motivierende Gefühl von mehr Autonomie bei Mitarbeitern und den “neuen Selbständigen” führt. Der Umgang mit Mitarbeitern und Partnern (Kollaborateuren), die neuen Chancen und Formen der Selbständikeit haben großen Einfluß auf Wachstum und Produktivitätssteigerung.

Die US-amerikamische Elektronikkette Best-Buy (mit 31 Mrd. $ Umsatz und 128 000 Mitarbeitern der größte US- Elektronik-Discounter), hat ihr Arbeitsmodell radikal umgekrempelel, nach dem Motto:

  • Der Arbeitspltz - Sie haben die Wahl
  • Die Arbeitszeit - liegt bei Ihnen
  • Ausreden, wenn etwas nicht erledigt ist - keine Chance

Jeder kann arbeiten wo und wie lange es gefällt, was am Ende zählt, ist einzig und alleine das messbare Ergebnis !

Die Fa. Netflix geht noch einen Schritt weiter: sie erlaubt den Mitarbeitern so viel Urlaub, wie sie wollen ! Diese neuen Freiheiten sind in den USA schon deshalb spektakulär, weil die US-Arbeitnehmer erheblich mehr arbeiten als ihre europäischen Kollegen und müssen sich in der Regel mit gerade einmal zehn Tagen Urlaub im Jahr begnügen.

Die Verantwortung für den reibungslosen Arbeitsablaufs wird so weit wie möglich nach unten verlagert. Das Management gibt die Kontrolle ab, die Arbeit wird trotzdem gemacht. Die Erfolg ist meßbar: - Die Produktivität stieg im Schnitt um 35% - die Fluktualitätsrate ging um bis zu 70 % zurück ! ( Bei Firmen, die das ROWE-Konzept eingeführt hatten) ROWE steht für: “Results-Only Work Environment

Bei Best Buy lag der Mitarbeiterverschleiß bei annährnd 100 % - die gesammte Belegschaft einer Filiale wurde Jahr für Jahr komplett ausgewechselt ! Darunter litten nicht nur die Kunden, sondern auch die Bilanzen. Grund genug für die Firmenleitung, über Verbeserungen nachzudenken. Vielen Menschen geht es an erster Stelle nicht um die Bezahlung. Es kommt auf die richtige Balance zwischen Arbeit und Privatleben an, sowie auf Möglichkeiten, sich weiter zu entwickeln und mobil zu sein.

Soziologen beobachten, dass sich mehr Autonomie positiv auf den Gesundheits- u. Stresszustand der Menschen auswirkt !

Aber auch in Deutschland verändern sich die Firmenstrukturen, verflachen sich die Hierarchien. Ausgerechnet eines der traditionsreichsten deutschen Familienunternehmen, die Fa. Voith, ein Maschienenbauer auf der Schwäbischen Alb, erhebt Innovation und Kreativität zur obersten Firmen-Maxime. Auch hier führen neue Freiheiten zu einer Basiskreativität, zu mehr Erfindergeist. (Die Fa. Foith hält über 10 000 Patente, es kommen jährlich 400 neue hinzu. Das geht so weit, dass sogar der Vorstandsvorsitzende, Helmut Kormann seine Mitarbeiter zum Ungehorsam aufruft. Zum Ungehorsam, wenn es darum geht, eine Erfindung zum Erfolg zu bringen, auch wenn es gegen den Willen des Abteilungsleiters sein muss ! Wer an seine Idee glaubt soll sie auch umsetzen. Man stelle sich vor: in einem Landstrich, wo man sehr sparsam und traditionsbewußt ist, biedere Kravatten und Strickjacken trägt, werden alte Traditionen und hierarchische Strukturen auf den Kopf gestellt. Immerhin geht es um eine Firma mit über 4 Mrd. Euro Umsatz und 34000 Mitarbeitern (weltweit) an mehr als 250 Standorten.

Diese neuen Kreativitätstechniken, die in der Fa. Voith seit über 2 Jahren praktiziert werden, haben eine Entwicklung in Gang gesetzt, die dort niemand mehr zurücknehmen will. Das neue “institutionelle Innovationsmanagement” ist für ein Traditinsunternehmen wie Voith derart spektakulär, dass diese selbstverordneten Neuerungen selbst so manchem experimentierfreudigen Theaterintendanten den Atem nähme !

Aber eben - diese Erneuerung verbessert die Ergebnisse und sichert damit die Zukunft eines 140 J. alten Unternehmens. Ohne (Er-) Neuerung (auf neudeutsch Innovation) keine Zukunftssicherung !