Die Firma BMW beschäftigt Tausende Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung und betreibt im Silicon Valley eine ganze Fabrik, die Software für BMW-Autos produziert. Aber als die Aufgabe anstand, die Telematik -Ausrüstung für künftige Modelle zu konzipieren (wie GSP - Navigation), stellte das Unternehmen einen digitalen Baukasten auf seine Website und forderte interessierte Kunden auf, selbst “Hand anzulegen”.
Tausende reagierten und übermittelten den Ingenieuren von BMW ihre Ideen: viele davon wurden aufgegriffen und weiterentwickelt. Mittlerweile betreibt BMW eine “virtuelle Innovationsagentur” auf seiner Website, wo kleine und mittlere Unternehmen, aber auch Kunden ihre Ideen präsentieren können, in der Hoffnung, dass sich daraus eine feste Beziehung oder Aufträge entwickeln (z.B.: 60 % der Teile eines Mercedes werden nicht im Hause Daimler hergestellt).

Das deutsche “Flaggschiff” für “Peer - Production” ist die Firma Lego. Sie demonstriert, wie man sogar Kunden intensiv und erfolgreich in den Entwurf und Entwicklung von Produkten miteinbezieht ! Wahrscheinlich denkt man bei Lego in erster Linie an die kleinen, zusammensteckbaren Plastikbausteine. Das Unternehmen konzentriert sich aber immer mehr auf Hightech - Spielzeuge. Mit Lego - Mindstorms beispielweise bauen die Kunden richtige Roboter aus programmierbaren Bausteinen, die zu beweglichen Maschinen mit zwei Beinen zusammengesteckt werden und überhaupt alles, was sich ein Teenager nur vorstellen kann. Als diese Bausteine 1998 auf den Markt kamen, stellten die Marktverantwortlichen überrascht fest, dass Roboterspielzeug nicht nur bei Teenagern beliebt war, sondern auch bei Hobbytüftlern, die sich begeistert an ihre Verbesserung machten.
Binnen 3 Wochen nach Verkaufsbeginn hatten sich bereits Nutzergruppen gebildet, Bastler hatten die Sensoren, Motoren und Kontrollvorrichtungen im Herzen des Robotersystems von Mindstorms auseinandergenommen und neu programmiert. Die Nutzer schickten ihre Vorschläge an Lego und das Unternehmen reagierte zunächst mit der Androhung von Gerichtsverfahren. Daraufhin rebellierten die Nutzer, Lego gab schließlich nach und berücksichtigte manche Ideen der Nutzer - alle Tüftler hatten die Erlaubnis, ihrer Fantasie Freien Lauf zu lassen.
Heute fordert Lego über die Website dazu auf, mit seiner Software zu experimentieren. Die Website bietet ein Softwareentwicklungskit zum kostenlosen Download an.
Lego profitiert sehr von dem, was sein Hobby - Businessweb leistet und hat, als 2005 die neue Version von Mindstorms entwickelt wurde, vier besonders kreative Nutzer fest angestellt.