Das DIW (Deutsches Institut f. Wirtschaftsforschung) mahnt: Niemand möge davon ausgehen, dass sich die konjunkturelle Erholung auf den Arbeitsmarkt auswirken werde. Langzeitarbeitslose, die sogenannten Struktur-Opfer, bleiben wo sie sind – und schließt die Frage an – lernt das Land ?
Die Folgen des zunehmenden, internationalen Wettbewerbs sind inzwischen messbar. Niemand wird sagen können, er habe es nicht gewusst !

Die Zentrale Arbeits-Agentur in Köln bereitet tausende erfahrene Manager, die von ihren Firmen nicht mehr gebraucht werden, auf die Selbständigkeit vor. Das Durchschnittsalter lag 2002 bei 52 J., heute sind diese Leute im Schnitt 42 J. alt.
Im KfW-Gründungsreport (Kreditanstalt f. Wiederaufbau) steht, dass Personen mit besseren Qualifikationen, in Anbetracht der Entwicklung, geneigt sind, sich selbständig zu machen (nicht zuletzt, weil der sichere Job auf Dauer ein Auslaufmodell ist).

Auf der anderen Seite bauen Firmen hierarchische Strukturen ab, verlagern Verantwortung immer mehr nach unten, verlangen mehr Eigenverantwortung von Mitarbeitern.
Der Wirtschaftswissenschaftler Rolf Sternberg sagt, dass der klare Trend zu mehr Selbständigkeit “kulturell und normativ” beharrlich ignoriert wird. Das Problem: Das Bewusstsein läuft der Wirklichkeit hinterher.

Wirtschaftsexperten sprechen von einer beschämend niedrigen Gründer-Rate in Deutschland.
Nach meiner Meinung geht es um zwei entscheidende Bereiche:

1) Die Zukunftsperspektiven, vor allen die Wachstumspotentiale, liegen in digital ausgerichteten Geschäftsmodellen. Es fehlt aber immer noch am notwendigen Bewusstsein für diesen Trend und an der dringend notwendigen Wissensvermittlung.
2) Weitere, wichtige Voraussetzungen sind aber auch eine Geisteshaltung, der Mut und die Lust, etwas Eigenes anzupacken und sein unternehmerisches Können umzusetzen.