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Die Arbeitswelt verändert sich

Archiv für die Kategorie ‘Serie Peer-Produktion

Ein mutiger Entschluß

McEwen ist der CEO der Goldcorp Inc., einer Goldmine in Red Lake, in der Provinz Ontario (Canada) mit Hauptsitz in Toronto. Die Geschäfte liefen vor 10 Jahren schlecht und McEwens Company stand kurz vor dem “Aus”.

Auf einer Konferenz erfuhr McEwen die verblüffende Geschichte von Linus Torvalds, der mit einer bunten Schar freier Softwareentwickler in der Open-Source-Variante erfolgreich das Betriebssystem Linux entwickelt hatte.
Und so öffnete McEwen seinen Explorations-Prozess genau so, wie  Linus Torvalds Linux geöffnet hatte. Ein mutiger Schritt: Bergbau ist eine sehr verschwiegene Branche - die geologischen Daten sind die wertvollste und am besten gehütete Ressource! Solche Daten gibt man nicht einfach preis, das stand bis dahin “felsenfest”.

How so ever - jede noch so kleine Information (insgesamt 400 Megabyte) über die 22 Hektar Land von Goldcorp war auf der Website zu finden. Und siehe da - innerhalb von Wochen trafen aus der ganzen Welt Rückmeldungen ein.
Was seine Geologen nicht schafften, erledigten externe Resourcen und Talente “peer-to-peer”.

Das Ende vom Lied: der mutige Entschluß McEwens hat aus einem eher schwachen 100-Millionen-Unternehmen ein 9-Milliarden Schwergewicht gemacht und verwandelte ein rückständiges Bergwerk in Nordontario zu einer der innovativsten und provitabelsten  Einrichtung der Branche!

Eine Peer-Production-Erfolgsstory

Die modulare Motorradgang

In Chongquing (China), der am schnellsten wachsenden Großstadt der Welt (z.Zt. 32 Mio Einwohner), hat sich in den letzten Jahren ein erstaunliches Peer-to-Peer-Modell entwickelt.
Bis heute wird angenommen, dass Peer-Produktion nur für die Herstellung von wissensbasierten Gütern tauglich ist - wobei kaum mehr als ein vernetzter Computer notwendig ist. Besonders bemerkenswert an der folgenden Erfolgsstory ist, dass es sich hier um hochtechnische Geräte handelt!

Diese besonders faszinierende Peer-to-Peer-Kooperaton und Produktion in China hat den bisher führenden, großen Motorrad-Marken wie Honda, Yamaha, Kawasaki, Suzuki usw. in Fernost über 70% Marktanteile abgenommen. Diese großen Marken beherrschten bequem den ganzen asiatischen Markt.
Allein Hondas Anteil am relativ großen vietnamesischen Markt fiel von 90% auf 30% !

Mit einem Minimum an hierarchischer  Führung entwerfen und bauen diese Peer-Gruppen neue Motorräder, schneller und billiger als alle Unternehmen mit konventionellen Versorgungsketten - inzwischen mehr als die Hälfte der Weltproduktion.
Kurze Zeit bis zur Marktreife, niedrige Kosten und hochwertige Produkte - dank dieser Kombination gelang es diesen Peer-Gruppen ihre japanischen Konkurenten zu überflügeln!
Der Preis der Motorräder, die in Chongquing für den asiatischen Markt gebaut werden, ist von 700$ auf 200$ gefallen!

Die Pioniere der Peer-Production

Entwicklungsdynamik

Die Entwicklungen von Wikipedia und Linux sind der Beweis dafür, dass es bei Peer-Produktion um wesentlich mehr geht, als um Online-Netzwerke.

Auch IBM hat die Open-Source-Bewegung maßgeblich mit gestaltet. Die Zahlen sind beeindruckend: über 200 Mio. Menschen, die eine Kabel-Set-Top-Box benützen, ein TiVo oder ähnliche Geräte, arbeiten mit Linux.

Weit über 1 Milliarde Menschen setzen Linux indirekt ein, z.B. wenn sie Google , Yahoo oder eine der vielen anderen Websites anklicken. Linux wächst acht mal schneller als der Servermarkt insgesamt.
Wenn Sie einen BMW fahren, stehen die Chancen gut, dass er mit Linux funktioniert.

Wenn zig Tausende Menschen gemeinsam ein Betriebssystem oder eine Enzyklopädie schaffen können, muss man fragen: was kommt als Nächstes ? Immerhin ist Wikipediea inzwischen der Welt größte Enzyklopädie !Längst beeinflussen Opensource-Strategien nicht nur Software-Entwicklungen, sondern auch Wissensvermittlung, Produktentwicklung, Projekt-und Firmenstrategien. Selbst Weltfirmen sind heute auf die Ideenviefalt und Innovationspower einer breiten Masse angewiesen.

Sie haben im Vergleich zu den Opensource-Modellen nicht genügend Resourcen, um dem steigenden Wettbewerbsdruck standzuhalten.

Peer-Production (Fallbeispiele)

Auf Augenhöhe zusammenarbeiten

Die sogenannte “Peer-Production” (Fallbeispiel) bedeutet, dass sich Gleichgesinnte zusammenschließen und eigenverantwortlich, sprich gleichberechtigt zusammenarbeiten (Fallbeispiel). Die Menschen sind immer weniger bereit, nur auf einen Chef zu hören, der angeblich alles weiß. Hierarchische Strukturen haben sich überlebt.

Mehr Chancen durch größere Reichweiten

Der Trend, über Landesgrenzen und Kontinente hinweg via Internet zu kooperieren, Communities zu bilden, verstärkt sich! Kein Wunder: die neuen Reichweiten in Verbindung mit Web-Technologien verbessern in dramatischer Weise die Chancen, die idealen Partner zu finden. Der Versuch, aus einer kleinen Gruppe die “Richtigen” zu finden, kommt einer “Phantomsuche” gleich !

Synergien erzeugen

Die Anforderungen in einer Wissensgesellschaft steigen signifikant.
Komplexität beherrschen bedeutet stärker vernetztes Arbeiten, Bündelung von Kompetenzen und Zusammenarbeit unterschiedlicher Qualifikationen.

Orts- und zeitunabhängig arbeiten Selbst Mitarbeiter großer Unternehmen kommen immer mehr in den Genuß freier Zeiteinteilung - dank mobiler Webanwendungen. Diese neuen technischen Möglichkeiten schaffen nicht nur mehr Freiheiten, sondern sparen Wege, Zeit und Geld. Die Transaktionskosten gehen in Richtung “Zero”. Damit können auch Menschen in der tiefsten Provinz, weitab vom “Schuß” und mit kleinem Geld, sich eine selbständige Existenz aufbauen.

Zukunftsperspektiven

Viele Menschen waren bisher vom Kreislauf aus Wissen, Macht und Kapital ausgeschlossen und konnten nur am Rande der Volkswirtschaft partizipieren.
Sie waren auf eingeschränkte, wirtschaftliche Rollen festgelegt - sei es passiv als Konsumenten oder als Angestellte, fest eingebunden in bürokratische, hierarchische Strukturen, wo der Chef sagt, was zu tun ist.
Die herkömmlichen Firmenstrukturen haben sich überlebt. Immer mehr Menschen haben Zugang zu Informations-Technologien - und damit liegen die Instrumente, die erforderlich sind, um zu kooperieren, um Geld zu verdienen und Werte zu schaffen, direkt vor Ihnen.

Neue, kostengünstige Infrastrukturmöglichkeiten für Kooperationen, von kostenloser Internet-Telefonie über Open-Source-Software, bis hin zu globalen Outsourcing-Plattformen erlauben es Millionen von Individuen und Kleinunternehmern, gemeinsam zu entwickeln, zu produzieren und zu vermarkten.

Peer - Production Fallbeispiel

Der folgende Fall ist deshalb interessant, weil sich hier drei Gleichgesinnte im Netz gefunden haben, online eine gemeinsame Idee creiert haben, ein Produkt geplant und entwickelt haben und es weltweit erfolgreich vermarkten, online versteht sich !

Wie hätte das ohne digitale Infrastruktur geschehen sollen ? Diese Peer - Produktion wurde gegründet von einem Spanier, einem Norweger und einem Dänen.

Der Name der Firma: Veritas Online

Current management
Morten Svarrer – Norway
• Man. Director and founder of Veritas Online S.A.
Claus Stokholm – Spain
• Marketing Director. and founder of Veritas Online S.A.
Martin Enevoldsen – Denmark
• IT Director. and founder of Veritas Online S.A.
We hope this brief information will initiate your interest to invest within Veritas Online.
For personal contact or more information please send an email to ms@veritasonline.ws and we will
contact you immediately!
Veritas Online SA

Die Form der Zusammenarbeit, wie Menschen heute, dank der neuen Medien, über Landesgrenzen hinweg Projekte aufziehen, ist der innovative Gedanke an sich. Die Fachwelt spricht von “Mass-Collaboration”. Menschen arbeiten selbstorganisiert, ohne Hierarchien und starre Organisationsstrukturen, an gemeinsamen Projekten. (Chancen durch Veränderung)

Bisher ging man davon aus, dass Wohlstand nur in Hierarchien entsteht. Wirtschaftsunternehmen müssen sich der globalen Herausforderung stellen, mit kleinen Gruppen (weltweit) kooperieren. Deshalb ist heute Offenheit ein wichtiges Prinzip. Traditionelle Firmen kann man schwerlich als offen bezeichnen - eher als undurchsichtig. Die neuen Konzepte können nur durch einen offenen Umgang mit den Partnern funktionieren !

Die zweite Säule ist die Kultur des Teilens: man teilt Aufgaben, Informationen, Ressourcen, Ideen, Wissen, ja sogar geistiges Eigentum. Wenn ich etwas in einem wirklich kollaborativen Modell entwickle, dann sollte ich mich von Anfang an mit dem Gedanken anfreunden, dass ich nicht der alleinige Eigentümer sein werde.

Wikinomiks (nicht zu verwechsln mit der Online-Enzyklopädie Wikipedia), ein neues Schlagwort, steht für diese neuen Formen des Wirtschaftens, mit revolutionär neuen Formen der Zusammenarbeit.

Die “Net Generation” produziert auf der Basis von Freiwilligkeit. Der Trend zum Peering (Zusammenschluss Einzelner) verstärkt sich ! Eine wachsende Zahl von Firmen entwickelt ihre eigenen Open-Source Strategien, beziehen sogar Konsumenten (teilweise) in den Wertschöpfungsprozess mit ein.

Serie Peer - Produktion

Wie im letzten Artikel mit Fallbeispielen dokumentiert, gibt es klare Indikatoren: der neue Trend, Güter und Dienstleistungen via “Peer-Production” zu planen, zu entwickeln und herzustellen, verstärkt sich in einem Maß, wie es sich viele Menschen noch nicht vorstellen können. So Mancher wird sich auch fragen, was hab ich damit zu tun.
Ich werde im Rahmen dieser Serie immer wieder faszinierende Beispiele bringen, wie Menschen wie Du und ich und kleine Firmen ganz erstaunliche Geschäftsmodelle umsetzen!
Zunächst zur Entwicklungsgeschichte: neue Webtechnologien (Web 2.0) haben aus dem Internet in kurzer Zeit ein Massenphänomen gemacht, vor allem aber Kollaborations-Lösungen und Peer-Production ermöglicht. Peering heißt ja nichts anderes, als dass sich Gleichgesinnte auf freiwilliger Basis (gleichberechtigt) zusammenschließen.
Große Firmen sind heute schon auf diese kleinen Gruppen angewiesen, nicht nur weil diese Individuen äußerst kreativ und innovativ sind und dazu noch schnell und flexibel reagieren - vor allem aber senken diese Kooperationen erheblich die Kosten. Wer dem zunehmenden, globalen Wettbewerbsdruck standhalten will, kommt an solchen Lösungen nicht mehr vorbei.
Viele Firmen, die sich mit diesen explodierenden, durch das Web möglich gewordenen Formen der Zusammenarbeit einlassen, entdecken nach und nach die Vorteile dieser kollektiven Fähigkeiten und Einfallsreichtum. Wir sprechen hier über tiefgreifende Veränderungen, die auch hierarchische Strukturen hinfällig machen.

Millionen vernetzter Individuen können heute aktiv an Innovationen, Wertschöpfungen und sozialer Entwicklung partizipieren, von denen wir früher nur träumen konnten.

Peer - Production Fallbeispiele

Die Firma BMW beschäftigt Tausende Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung und betreibt im Silicon Valley eine ganze Fabrik, die Software für BMW-Autos produziert. Aber als die Aufgabe anstand, die Telematik -Ausrüstung für künftige Modelle zu konzipieren (wie GSP - Navigation), stellte das Unternehmen einen digitalen Baukasten auf seine Website und forderte interessierte Kunden auf, selbst “Hand anzulegen”.
Tausende reagierten und übermittelten den Ingenieuren von BMW ihre Ideen: viele davon wurden aufgegriffen und weiterentwickelt. Mittlerweile betreibt BMW eine “virtuelle Innovationsagentur” auf seiner Website, wo kleine und mittlere Unternehmen, aber auch Kunden ihre Ideen präsentieren können, in der Hoffnung, dass sich daraus eine feste Beziehung oder Aufträge entwickeln (z.B.: 60 % der Teile eines Mercedes werden nicht im Hause Daimler hergestellt).

Das deutsche “Flaggschiff” für “Peer - Production” ist die Firma Lego. Sie demonstriert, wie man sogar Kunden intensiv und erfolgreich in den Entwurf und Entwicklung von Produkten miteinbezieht ! Wahrscheinlich denkt man bei Lego in erster Linie an die kleinen, zusammensteckbaren Plastikbausteine. Das Unternehmen konzentriert sich aber immer mehr auf Hightech - Spielzeuge. Mit Lego - Mindstorms beispielweise bauen die Kunden richtige Roboter aus programmierbaren Bausteinen, die zu beweglichen Maschinen mit zwei Beinen zusammengesteckt werden und überhaupt alles, was sich ein Teenager nur vorstellen kann. Als diese Bausteine 1998 auf den Markt kamen, stellten die Marktverantwortlichen überrascht fest, dass Roboterspielzeug nicht nur bei Teenagern beliebt war, sondern auch bei Hobbytüftlern, die sich begeistert an ihre Verbesserung machten.
Binnen 3 Wochen nach Verkaufsbeginn hatten sich bereits Nutzergruppen gebildet, Bastler hatten die Sensoren, Motoren und Kontrollvorrichtungen im Herzen des Robotersystems von Mindstorms auseinandergenommen und neu programmiert. Die Nutzer schickten ihre Vorschläge an Lego und das Unternehmen reagierte zunächst mit der Androhung von Gerichtsverfahren. Daraufhin rebellierten die Nutzer, Lego gab schließlich nach und berücksichtigte manche Ideen der Nutzer - alle Tüftler hatten die Erlaubnis, ihrer Fantasie Freien Lauf zu lassen.
Heute fordert Lego über die Website dazu auf, mit seiner Software zu experimentieren. Die Website bietet ein Softwareentwicklungskit zum kostenlosen Download an.
Lego profitiert sehr von dem, was sein Hobby - Businessweb leistet und hat, als 2005 die neue Version von Mindstorms entwickelt wurde, vier besonders kreative Nutzer fest angestellt.

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